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DSGVO Grundlagen

DSGVO-Checkliste 2026: Was Selbstständige und Freelancer jetzt erledigen müssen

Die vollständige DSGVO-Checkliste für Solo-Selbstständige, Freelancer und kleine Unternehmen in Deutschland. 12 Pflicht-Punkte, die du 2026 erledigt haben musst — mit direkten Links zu kostenlosen Tools.

Artikel-Info

Veröffentlicht09. Juni 2026
Lesezeit7 Minuten
KategorieDSGVO Grundlagen
AVV jetzt erstellen →

Warum diese Checkliste jetzt wichtig ist

Die DSGVO gilt seit 2018 — aber Bußgelder werden erst seit 2022/2023 systematisch auch gegen kleine Unternehmen und Selbstständige verhängt. 2025/2026 hat sich das beschleunigt: Datenschutzbehörden gehen aktiver vor, und Abmahnkanzleien haben das Thema entdeckt.

Kein Anwalt nötig für die Basics. Diese Checkliste zeigt dir genau, was Pflicht ist — und was du kostenfrei in 1-2 Tagen erledigen kannst.

Die 12-Punkte-DSGVO-Checkliste 2026

1. Datenschutzerklärung auf der Website

Datenschutzerklärung vorhanden und aktuell (nicht von 2018!)
Jeder genutzte Dienst ist aufgelistet (Google Analytics, Mailchimp, Stripe, Hetzner etc.)
Datenschutzerklärung jährlich oder bei Änderungen aktualisieren

Was passiert ohne: Abmahnung nach UWG wegen fehlender oder veralteter Datenschutzhinweise. Sehr häufig abgemahnt.

2. AVV-Verträge mit allen Dienstleistern

Liste aller genutzten Dienste erstellt (mindestens 5-15 bei typischen Selbstständigen)
Für alle Dienste mit Datenzugriff einen AVV abgeschlossen oder deren Standard-DPA akzeptiert
AVVs dokumentiert und abrufbar

Typische Dienste die einen AVV brauchen: Stripe, Google Workspace, Mailchimp, Vercel/Hetzner (Hosting), Zoom, HubSpot, Calendly, Notion.

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3. Verarbeitungsverzeichnis (VVT)

Verarbeitungsverzeichnis nach Art. 30 DSGVO erstellt
Alle Verarbeitungstätigkeiten mit Zweck, Rechtsgrundlage, Datenkategorien und Löschfristen dokumentiert
VVT bei Änderungen aktualisiert (neue Tools, neue Prozesse)

Wer braucht es: Alle Unternehmen und Selbstständigen, die regelmäßig personenbezogene Daten verarbeiten — also praktisch alle.

VVT kostenlos erstellen — Art. 30 DSGVO, mit Branchen-Vorlagen

4. Cookie-Banner (TTDSG + DSGVO)

Cookie-Banner vorhanden wenn Website Tracking-Cookies setzt
"Ablehnen"-Button gleichwertig prominent wie "Akzeptieren"
Kein Pre-Checked auf nicht-notwendige Cookies
Consent wird vor dem Laden von Google Analytics etc. eingeholt

Achtung: Matomo/Plausible (cookieless) brauchen keinen Cookie-Banner. Google Analytics 4 braucht ihn immer.

5. Impressum

Impressum vorhanden mit vollständiger Pflichtangabe nach §5 TMG
Name, Anschrift, E-Mail, ggf. USt-ID
Bei GmbH: Handelsregisternummer, Geschäftsführer
Für Freiberufler: Berufsbezeichnung und zuständige Kammer

Häufigster Fehler: Nur Kontaktformular statt E-Mail-Adresse — das ist nicht ausreichend nach §5 TMG.

6. E-Mail-Marketing (Newsletter)

Double-Opt-In für alle Newsletter-Anmeldungen
Anmelde-Zeitpunkt und IP-Adresse protokolliert (Beweissicherung)
Abmelde-Link in jeder E-Mail
AVV mit Newsletter-Dienstleister (Mailchimp, Brevo etc.) abgeschlossen

7. Mitarbeiterdaten (falls relevant)

Datenschutzinfo an Mitarbeiter ausgegeben (Art. 13 DSGVO)
Lohnabrechnung: AVV mit Steuerberater oder Lohnbüro
Bewerbungsunterlagen nach Absage fristgerecht gelöscht (Faustregel: 6 Monate)

8. Kundendaten

Löschkonzept vorhanden: wann werden Kundendaten gelöscht?
Datenpannen-Prozess definiert: Was tun wenn Kundendaten abhandenkommen?
Betroffenenrechte umsetzbar: Kannst du auf Auskunft/Lösch-Anfragen reagieren?

9. Drittland-Transfers (USA etc.)

Dienste mit US-Servern identifiziert (Google, Meta, AWS, Cloudflare etc.)
Schrems-II-Absicherung: EU-SCC oder Angemessenheitsbeschluss
In Datenschutzerklärung kommuniziert

Seit 07.07.2023: EU-US Data Privacy Framework (DPF) — viele US-Dienste sind wieder einfacher nutzbar wenn sie DPF-zertifiziert sind.

10. Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs)

TOMs dokumentiert: Passwortrichtlinie, Backup, Zugangskontrolle, Verschlüsselung
Für externe Dienstleister prüfen ob ausreichende TOMs vorhanden (ISO 27001, SOC 2 etc.)
TOMs im Verarbeitungsverzeichnis und in AVVs referenziert

11. Datenpannen-Meldung

Prozess definiert: Wer meldet, wie schnell (72-Stunden-Frist!), an wen
Zuständige Datenschutzbehörde bekannt (je Bundesland unterschiedlich — in Baden-Württemberg: LfDI BW)
Kontakt-E-Mail der Behörde gespeichert

12. Jahres-Review

DSGVO-Dokumentation mindestens einmal jährlich überprüfen
Neue Dienste oder Prozesse nachpflegen
Mitarbeiter bei Änderungen informieren

Priorisierung: Was zuerst?

Wenn du gerade startest, in dieser Reihenfolge:

Sofort (heute):

  • Datenschutzerklärung prüfen / aktualisieren
  • Impressum prüfen
  • AVV mit Stripe, Hosting und E-Mail-Dienst abschließen

Diese Woche:

  • Verarbeitungsverzeichnis erstellen
  • Cookie-Banner prüfen
  • TOMs dokumentieren

In den nächsten 30 Tagen:

  • Alle restlichen AVVs abschließen
  • Datenpannen-Prozess definieren
  • Löschkonzept festlegen

Kostenlose Tools für die sofortige Umsetzung

Für Punkt 2 (AVV) und Punkt 3 (VVT) gibt es direkte kostenlose Tools — kein Account, kein Upload, PDF-Export in 10 Minuten: